GLIEDERSCHMERZEN – Diagnose, Behandlung

Gliederschmerzen – Diagnose

Um die eigentliche Ursache der Gliederschmerzen zu diagnostizieren, bedarf es einer eingehenden Untersuchung durch den Arzt. Hierbei gibt die Betrachtung der medizinischen Krankengeschichte möglicherweise Aufschluss über das Problem. Untersucht wird die Anatomie des Patienten, wobei eine möglichst detaillierte Beschreibung des Schmerzes erfolgen sollte, und die Erfragung von weiteren zusätzlichen Symptomen.

Danach lässt sich in der Regel feststellen, ob es sich um Gliederschmerzen bezogen auf Infektionskrankheiten (Grippe, Erkältung etc.) handelt, oder ob dies als Ursache ausgeschlossen werden kann. Zur Feststellung des Erregers kann ein Bluttest in Erwägung gezogen werden, welcher darüber hinaus auch Gliederschmerzen als Folge von Gelenkrheuma aufdecken kann.

Wird eine Infektionskrankheit als Ursache der Schmerzen ausgeschlossen, wird die Neurologie (Muskelkraft, Nervenreflexe, Sensibilität) des Patienten untersucht, im Rahmen von weiteren Tests wie z.B. EMG (Elektromyographie), Röntgentests oder Computertomografie.

Gliederschmerzen – was tun?

Die Behandlung von Gliederschmerzen hängt von der den Schmerzen zu Grunde liegenden Ursache sowie den Bedürfnissen des Patienten ab. Handelt es sich um erkältungsbedingte oder andere Gliederschmerzen, wird folgendes empfohlen:

  • Fitnessübungen stärken die Muskeln und Knochen im gesamten Körper, reduzieren die Verletzungsanfälligkeit und rufen ein allgemeines Wohlgefühl hervor. Solche Übungen sollten mit dem Arzt oder Physiotherapeuten besprochen werden.
  • Placebo-Behandlung / Blindpräparat (z.B. Zuckerpille oder Salzwasser-Injektion) hilft bei ca. 35% der Fälle, Schmerzen zu lindern. Die Schmerzlinderung bei Blindpräparaten resultiert möglicherweise aus der Kraft der Suggestion, Ablenkung, Optimismus oder einer neurologischen Reaktion im Gehirn; es ist unbekannt, wie Placebo im Detail funktioniert.
  • Rezeptfreie Medikamente wie z.B. Paracetamol, Aspirin oder Ibuprofen eignen sich zur Behandlung von akuten Gliederschmerzen – allerdings sollten auch diese Medikamente nicht länger als 7 Tage ohne Absprache mit dem Arzt eingenommen werden.
  • Das Trinken von viel Flüssigkeit, z.B. Lindenblüten- oder Weidenrinden-Tees, kann die Schmerzen lindern.

Handelt es sich um chronische, starke Gliederschmerzen, oder sind die Schmerzen Begleitungserscheinungen von anderen Krankheiten, eignen sich gezielte Therapien wie folgende:

  • Eine Massagetherapie kann die Muskulatur stärken, die Körperfunktion verbessern und den Gliederschmerz lindern oder ganz beheben.
  • Entzündungshemmende Mittel (Antiphlogistika) bei Nervenleiden (der entsprechende Nerv wird lokal betäubt) sowie andere Schmerzmittel (Analgetika) – Dosierung und Anwendung mit dem Arzt besprechen.
  • Akupunktur bzw. Akupressur, wobei bestimmte Punkte am Körper mit Nadeln oder per Druckausübung stimuliert werden, reduzieren möglicherweise ebenfalls Schmerzen in den Gliedern.


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